Manometer am Gasflaschen-Druckregler: Füllstand, Flaschendruck

Zwischen Gasflasche und Verbrauchsgerät befindet sich ein Druckregler, der manchmal auch mit einem Manometer ausgestattet ist. Letzteres befindet sich zwischen Flasche und Regler, um den Fülldruck beziehungsweise den aktuellen Gasflaschendruck zu messen.

Manometer am Gasflaschen-Druckregler

Doch welche Aufgabe hat das Bauteil eigentlich? Lässt sich mit dem Manometer am Gasflaschen-Druckregler der Füllstand bestimmen oder dient es einem anderen Zweck? Gasflasche.de klärt auf und informiert über die Aufgabe des Manometers am Gasflaschen-Druckregler.

✅ Aktualisiert am 22.09.2021

Die Themen im Überblick

Aufbau und Funktion von Manometer und Gasflaschen-Druckregler

Abhängig von der Temperatur kann der Druck in einer Gasflasche stark schwanken. Er ist an heißen Tagen sehr hoch und bei niedrigen Außen- oder Umgebungstemperaturen eher gering. Grund dafür ist die Eigenschaft des Gases, sich bei steigenden Temperaturen auszudehnen. Verändert sich das Volumen der Gasflasche dabei nicht, steigt der Druck, was sich gut am Manometer des Gasflaschen-Druckreglers erkennen lässt.

Druckregler sorgt für gleichbleibende Bedingungen am Verbraucher

Der Druckregler gleicht die Schwankungen aus. Denn er reduziert den Eingangsdruck konstant auf einen voreingestellten Wert von beispielsweise 30 oder 50 Millibar und schafft somit gleichbleibende Bedingungen für die angeschlossene Verbrauchsanlage. Ohne den Gasflaschen-Druckregler müsste ein Gasgrill im Sommer mit einem Gasdruck von 10 bar oder mehr zurechtkommen. Da die Brenner dafür nicht ausgelegt sind, würden sie über kurz oder lang kaputtgehen.

Übrigens:

Gasanlagen in Innenräumen wie Wohnwägen oder Fahrzeugen sind mit einem 30 Millibar Gasflaschen-Druckregler ausgestattet. Für Grills und Anlagen im Freien genügt üblicherweise ein Druck von 50 Millibar nach dem Druckminderer. Entscheidend sind jedoch die Herstellerangaben.

Gasflaschen-Druckregler mit Schlauchbruchsicherung ausgestattet

Moderne Regler für Gasflaschen reduzieren nicht nur den Druck, sie sorgen auch für einen hohen Leckageschutz. Denn sie sind mit einer sogenannten Schlauchbruchsicherung ausgestattet. Dabei handelt es sich um ein kleines Ventil, welches sich automatisch verschließt, wenn der Durchfluss etwa zehn Prozent über dem normalen Wert liegt. Der Fall ist das beispielsweise bei einer Undichtigkeit im Schlauch, aus der Flüssiggas unkontrolliert austritt. Die Schlauchbruchsicherung wirkt dem entgegen und verhindert zuverlässig, dass sich um die Gasflasche ein explosives Luft-Gas-Gemisch bildet.

Manometer am Gasflaschen-Druckregler zeigt den Flaschendruck an

Befindet sich ein Manometer am Gasflaschen-Druckregler, zeigt dieses den Fülldruck beziehungsweise den Flaschendruck an. Der Wert steigt, je wärmer es in der Umgebung wird und sinkt, wenn die Temperaturen um die Gasflasche herum fallen. Ist die Gasflasche (fast) leer, zeigt das Manometer am Gasflaschen-Druckregler den Füllstand an. Denn ohne oder mit sehr geringen Gasmengen steigt der Druck kaum messbar an.

Wichtig zu wissen:

Im Normalfall zeigt das Manometer am Gasflaschen-Druckregler den Füllstand nicht an. Denn der Flaschendruck schwankt temperaturabhängig stark, sodass er keinen Rückschluss auf die übrige Gasmenge zulässt.

Manometer am Gasflaschen-Druckregler dient der Druckprüfung

Wenn das Manometer am Gasflaschen-Druckregler den Füllstand nicht anzeigt, welche Aufgabe hat es dann? Es ermöglicht eine einfache Druckprüfung, die nach den Anforderungen des DVGW-Arbeitsblatts G 612 „Technische Regel zum Betrieb von ortsveränderlichen Flüssiggasanlagen im Freizeitbereich zur Verwendung im Freien“ bei jedem Flaschentausch vorzunehmen ist. Im Folgenden erklären wir Schritt-für-Schritt, wie die Druckprüfung mit dem Manometer funktioniert.

01

Gasgeräte absperren und Gasflaschenventil öffnen

Um die regelmäßige Prüfung durchführen zu können, sind im ersten Schritt alle Armaturen am Verbrauchsgerät zu schließen. Auf diese Weise lässt sich sicherstellen, dass kein Gas über diese entweicht. Ist das erledigt, öffnen Verbraucher das Gasflaschenventil – bei Mehrflaschenanlagen sind beide Ventile an den Gasflaschen zu öffnen, bis sich ein stabiler Druck aufgebaut hat. Anschließend sind die Ventile wieder zuzudrehen.

02

Temperaturausgleich abwarten und Druck notieren

Nun heißt es zwei Minuten warten. In dieser Zeit nimmt das Gas die Temperatur der Umgebung an, wodurch sich der Druck noch etwas verändern kann. Sind die zwei Minuten um, notieren Verbraucher den abgelesenen Gasdruck. Haben die Manometer am Gasflaschen-Druckregler eine Kontrolllinie, lässt sich dazu auch die Glasabdeckung auf den Messpfeil verschieben.

03

Druckprüfung durchführen und Druck vergleichen

Ist das erledigt, heißt es noch einmal zehn Minuten warten. Verändert sich der Druck in dieser Zeit nicht, ist alles dicht und die Anlage kann in Betrieb gehen. Sinkt die Anzeige, deutet das jedoch auf eine Leckage auf Seiten der Verbraucher hin. An irgendeiner Stelle tritt Flüssiggas unkontrolliert aus und Betreiber müssen eine weiterführende Dichtheitsprüfung durchführen.

04

Dichtheitsprüfung mit Lecksuchspray fortsetzen

Die weiterführende Dichtheitsprüfung erfolgt beispielsweise mit Lecksuchspray an Leitungen, Armaturen und Anschlüssen. Wirft die Flüssigkeit Blasen auf, ist die Undichtigkeit gefunden und Nutzer können für Abhilfe sorgen. Oft genügt es, eine Verbindung nachzuziehen oder das betroffene Bauteil auszutauschen.

Füllstand der Gasflasche bestimmen: So funktioniert es richtig

Zeigt das Manometer am Gasflaschen-Druckregler den Füllstand nicht an, sind andere Mittel und Wege nötig, um diese Aufgabe zu erfüllen. Infrage kommen beispielsweise einfache Waagen, Teststifte oder Systeme zur automatischen Füllstandsüberwachung, wie die folgende Übersicht zeigt.

Füllstand an der Gasflasche messenErklärung
Manometer am Gasflaschen-DruckreglerZeigt das funktionstüchtige Manometer keinen Ausschlag, befindet sich kein Gas mehr in der angeschlossenen Gasflasche.
Waage zur Ermittlung des FüllstandsMit einer Waage lässt sich das aktuelle Gewicht der Gasflasche bestimmen. Ziehen Nutzer davon das Leergewicht ab, erhalten sie das Gewicht der noch übrigen Gasmenge und können so auf den Füllstand schließen.
Gas-Checker für GasflaschenHierbei handelt es sich in der Regel um einen kleinen Stift, welcher ein Ultraschall-Signal aussendet und wieder empfängt. Dauert es länger, bis das Signal zurückkommt, befindet sich an der getesteten Stelle Flüssiggas. Nutzer erkennen das beispielsweise an einer grün leuchtenden LED. Ein Test von oben nach unten zeigt dabei schnell, wie viel Gas noch in der Flasche ist.
Automatische FüllstandsüberwachungAuch bei automatischen Systemen zum Kontrollieren des Füllstands kommt Ultraschall-Technik zum Einsatz. Diese befindet sich in kompakten Geräten unter der Gasflasche und erfasst von dort aus den Füllstand. Einige Geräte leiten die Messwerte dann an ein Smartphone in der Nähe weiter, über das Nutzer den aktuellen Füllstand jederzeit einfach ablesen können.

Häufige Fragen zum Manometer am Gasflaschen-Druckregler:

Was misst das Manometer am Gasflaschen-Druckregler?

Das Manometer am Gasflaschen-Druckregler misst bei geöffnetem Gasflaschenventil und abgesperrten Verbrauchern den Flaschendruck. Da dieser temperaturabhängigen Schwankungen unterliegt, ist das Erfassen des Füllstandes hingegen nicht möglich. Einzige Ausnahme ist eine leere Gasflasche, da hier auch kein Druck messbar ist.

Welche Aufgabe hat das Manometer am Gasflaschen-Druckregler?

Die Druckanzeige ermöglicht eine einfache Dichtheitskontrolle. Dazu sperren Verbraucher alle Verbrauchsgeräte ab. Sie öffnen das Gasflaschenventil bis sich ein Druck aufgebaut hat, verschließen es wieder und warten zwei Minuten. Nun kontrollieren sie den Gasdruck und warten weitere 10 Minuten. Verändert sich die Anzeige des Manometers am Gasflaschen-Druckregler nicht, liegt keine Undichtigkeit vor. Andernfalls müssen Nutzer mit Lecksuchspray nach Defekten oder undichten Anschlüssen suchen?

Wie lässt sich an der Gasflasche der Füllstand messen?

Am einfachsten funktioniert das mit einer Waage. Ziehen Nutzer vom aktuellen Gewicht das Leergewicht ab, bekommen Sie die Masse des übrigen Gases. Alternativ kommen auch Ultraschallgeräte (kleine Stifte oder automatische Füllstandsüberwacher) zum Einsatz.

Author: Marc Bode

Marc ist Geschäftsführer bei Gasflasche.de. Er arbeitet seit 2009 in der Energiebranche und hat seine Ausbildung bei einem Flüssiggasanbieter gemacht. Seitdem war der Gas-Experte in vielen verschiedenen Funktionen tätig und hat 2019 Gasflasche.de ins Leben gerufen.